Das war die lange Nacht der Technik an der TU Ilmenau

Das war die lange Nacht der Technik an der TU Ilmenau
Das war die lange Nacht der Technik an der TU Ilmenau

Der sprühende Regen bei 4° kroch unter jede Jacke und in jede Kapuze, doch das hinderte weder das Team Flora Incognita, noch die Gäste, am gestrigen Samstag zur TU Ilmenau zu pilgern. An 22 Standorten auf der über 6 Kilometer langen Technologiemeile gab es zu erfahren, was die neuesten Forschungen in Sachen Robotik, Informatik, Chemie, Mathematik betreffen– oder auch tradierte Handwerke wie das Glasblasen neu zu entdecken.

„Wir freuen uns sehr darauf, unsere Apps interessierten Menschen vorzuführen, die Vernetzung aus Technologie und Botanik dazuzulegen und vielleicht den einen oder die andere neugierig zu machen, sie selbst zu benutzen“, sagte Projektleiter Prof. Patrick Mäder noch am Vormittag.

Das Team war sich sicher: Am besten überzeugen wir die Besucherinnen und Besucher, indem sie echte Pflanzen live bestimmen! Also kam aus Jena ein Eimer bunt gefüllt mit knapp 20 blühenden Wildblumenarten als Strauß und im Topf mit nach Ilmenau.

Und das war genau richtig. Über 7 Stunden lang gab es ohne Pause Demonstrationen, Diskussionen und Vorträge.

„Ich denke, wir kommen am Ende auf mindestens 200 Demonstrationen. Es waren immer mindestens drei Team-Mitglieder dabei, auf Fragen des Publikums einzugehen. Das war eine tolle Leistung. Ich bin sehr stolz“, reflektiert Jana Wäldchen vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie Jena und Leiterin der botanischen Arbeitsgruppe des Verbundprojekts.

Um einen Überblick zu bekommen, welche Themen den Gästen unter den Nägeln brannten, ist hier eine Zusammenfassung der am häufigsten gestellten Fragen:

  • Wo kann man die Apps herunterladen? (Bei Google Play und im App Store)
  • Welche der beiden Apps ist für erste Anwender geeignet? (Die Incognita zum einfachen Bestimmen)
  • Brauche ich zum Bestimmen Internet? (Ja, denn die Rechenarbeit findet auf unseren Servern statt – alternativ können Capture-Aufnahmen angelegt werden)
  • Was ist der Unterschied zwischen Incognita und Capture? (Incognita bestimmt, Capture dokumentiert – mehr Informationen in unserem Blog)
  • Für wie viele Arten funktioniert die Bestimmung? (Derzeit 4800)
  • Können nur Blumen bestimmt werden? (Nein, auch Bäume, Sträucher und Farne)
  • Wie groß ist Eure Bilddatenbank? (ca. 1.7 Mio Bilder im Moment)
  • Ist es ein selbstlernendes System? (Nein, der Logik liegen fachlich korrekt bestimmte Bilder zugrunde)
  • Sind die Namen nur lateinisch? (Nein, Profil können Sie von wissenschaftlich zu Deutsch umstellen)
  • Werden so nicht Standorte seltener Pflanzen verraten? (Nein, im Einzelfall arbeiten wir mit Behörden zusammen.)
  • Geht das auch mit Pilzen? (Nein, wäre zu gefährlich)
  • Reicht die Blüte zur Bestimmung? (Bei manchen Arten und bei entsprechender Qualität des Fotos, ja)
  • Wieso erkennt es meinen Gartenstrauch nicht? (auf Züchtungen und Zierpflanzen sind die Algorithmen noch nicht trainiert)
  • Wozu braucht es den Standortzugriff? (Wir sind ein Forschungsprojekt und wollen z.B. die Verbreitung invasiver Arten verfolgen)
  • Bekomme ich mehr Info als den Namen? (Ja, es gibt umfangreiche Steckbriefe)
  • Kostet die App Geld? (Nein, sie ist kostenlos und werbefrei)
  • Was macht die App, wenn sie sich nicht sicher ist? (Sie zeigt eine Liste mit ähnlichen Arten als Vorschlag)
  • Habt Ihr die App selbst programmiert? (Ja, das ist ein Verbundprojekt der TU Ilmenau (Technologie) und des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena (Botanik))
  • Kann ich die Anmeldung umgehen? (Ja, nutzen Sie einfach den Gastzugang)

Viele Bilder des Tages finden Sie auf unserem Instagram-Profil unter dem gespeicherten Highlight #LNT2019. Viel Spaß beim Anschauen!