Flora Incognita bei der iDiv- Jahrestagung 2017

Dem weißen Würfel mit der Glasfront war am Morgen des 19. Septembers noch nicht anzusehen, dass sich in seinem Inneren bereits tiefgründige Gespräche zu Vielfalt, Nachhaltigkeit und immer neuen Untersuchungsmethoden der Biodiversität entfalteten.

Mehr als 240 Teilnehmende fanden sich in Leipziger Kubus ein, um an der jährlichen iDiv-Konferenz teilzunehmen. Unter ihnen waren auch Jana Wäldchen und Michael Rzanny, die das Flora Incognita Projekt auf einem Poster zusammengefasst dabei hatten. Die Veranstalter bezeichnen ihre Veranstaltungsreihe als „[…] das wichtigste jährliche iDiv-Event, um erfahrene und NachwuchswissenschaftlerInnen zusammenzubringen. Ziel der Konferenz ist ein interaktives Forum für wissenschaftlichen Austausch und eine attraktive Plattform für neue Kontakte und Kooperationen innerhalb des iDiv-Konsortiums aufzubauen.“

In zwei Tagen gab es ein eng gestricktes Programm aus ca. 30 Vorträgen, Diskussionsrunden und Postervorstellungen. Was das iDiv-Konsortium alles tut, welche Kanäle eine weitergehende Zusammenarbeit wünschen und welche Netzwerke vom Flora Incognita Projekt angezapft werden könnten, das galt es herauszufinden.
Für Jana und Michael lag das Hauptaugenmerk darin, ihr Projekt dem Biodiversitätspublikum vorzustellen und die Anwesenden davon zu überzeugen, es zu unterstützen. Dafür war ihr Poster der Dreh- und Angelpunkt. Spannend war ebenfalls, die Flora Capture App in einer Live-Demo vorzustellen und somit ganz interaktiv und am Gerät selbst die Menschen zu begeistern. So konnte der Prozess der perspektivisch gesteuerten Bildaufnahme, das Hochladen auf den Server, das nachfolgende, manuelle Bestimmen und das Feedback zurück zur Fotografin oder zum Fotografen im direkten Kontakt mit dem Zielpublikum besprochen werden.

Das Poster fand ebenfalls regen Zuspruch bei den zahlreichenden Interessierten. Wildwachsende Blütenpflanzenarten in Deutschland sind sicher den meisten in Großteilen bekannt gewesen, doch die Möglichkeit, sie über einen teilautomatisierten Bilderkennungsprozess und deep learning Algorithmen mit einem Smartphone bestimmen zu können, war für viele Neuland. Die häufigsten Fragen, die gestellt wurden, drehten sich bereits um die zukünftige Endfunktionalität des Pflanzenbestimmens, doch auch die Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern oder Studierenden wurde mit Jana und Michael erörtert. Nicht zuletzt war es auch die Übertragung der Idee auf andere Organismengruppen, die auf Interesse stieß. Ob die zu entwickelnden Technologien und Prozesse auch auf Phytoplankton oder Pilze anwendbar sein könnten? Heute sicher nicht, aber in einen Ideenaustausch kann dieser Ansatz sicher gebracht werden.

Jana reflektiert: „Mein Hauptanspruch zur Teilnahme an der iDiv-Konferenz war, das Projekt Biodiversitätsforschern vorzustellen. Ich suchte wissenschaftlichen Austausch, wollte gern neue Anregungen für das Projekt holen und natürlich die Anwesenden motivieren, Bilder für uns zu machen!“

Und Michael fasst zusammen: „Wir konnten einem vielfältigen Fachpublikum unser Projekt nahebringen und einige von ihnen begeistern, unser Projekt mit Bildern und Fachwissen zu bereichern. Sicherlich werden wir im nächsten Jahr wieder dabei sein, dann voraussichtlich mit einem bereits funktionierenden Prototypen!“